Einmal werden wir noch wach, dann gibt Madonna das erste Deutschlandkonzert ihrer aktuellen Tournee, und zwar in der O2 World in Berlin; ein allseits mit Spannung erwartetes Ereignis, für das Tausende Besucher von nah und fern Karten erworben haben. Denn mag man die neue Madonna-LP auch für lediglich mäßig gelungen halten, egal: Großartig wie immer waren die Bilder, die im Februar von ihrem Auftritt beim US-amerikanischen Superbowl um die Welt gingen. Nicht mal eine Viertelstunde durfte Madonna in der Halbzeitpause des Football-Finales auftreten – und brachte dabei mehr Pomp auf die Bühne als die meisten anderen Königinnen des Pop in einem ganzen Leben. Auch ich sehe dem Donnerstag daher mit Freude entgegen!

Ich interessiere mich allerdings auch nicht für Fußball. Würde ich mich für Fußball interessieren, wäre ich jetzt einigermaßen nervös. Denn wie es der Gott der schlechten Terminplanung will, fällt das erste Madonna-Konzert exakt auf den Termin des EM-Halbfinales Deutschland gegen Italien. Viele Karteninhaber versuchen seither, die Tickets ohne allzugroßen Verlust wieder abzustoßen – Aussichtslos, wie ein Blick auf die Internetseite eBay beweist: Hier waren am Dienstagnachmittag diverse Madonna-Karten zum Originalpreis von rund 200 Euro für den Mindestgebotswert von 1 Euro zu haben.

Im Kreis der akkreditierten Journalisten herrscht hingegen seit Tagen die Frage vor: Wer kennt wen, der einem Zugang zu den VIP-Logen im oberen Hallenbereich verschafft? In den VIP-Logen gibt es nämlich nicht nur private Bars mit flotten Getränken, sondern auch Fernsehgeräte, auf denen man während des Konzerts das Spiel verfolgen könnte…

Denken die Kollegen. Stimmt aber nicht: Am Dienstag teilte die O2 World ihren VIP-Logen-Benutzern mit, dass die Fernsehgeräte während des Konzerts von Madonna zentral abgeschaltet werden; lediglich vor und nach dem Auftritt könne man sich über den Spielstand informieren: „Wir danken für Ihr Verständnis, dass wir diese Regelung strikt einhalten.“ Noch mehr Menschen dürften sich seither wünschen, dass Madonna ihr Konzert einfach wieder auf die Halbzeitpause beschränkt. Wie damals beim Superbowl.