Prost, Eure Hoheit: Prinz Wilhelm bei der Verköstigung feinen britischen Apfelweins.
Foto: dpa/Aaron Chown

Prinz William (38) geht mit gutem Beispiel voran. Einigen Ehrgeiz hat der britische Royal darein gesetzt, als erster an den Tresen eines Pubs und somit auch in den Genuss eines Pints zu kommen. Bereits am Freitagabend besuchte er in der ostenglischen Grafschaft Norfolk in der Nähe seines Landsitzes Anmer Hall eine Kneipe und genehmigte sich ein, zwei Schluck, obwohl die Schankstuben in England offiziell erst am Sonnabendfrüh öffneten – nach mehr als drei Monaten der coronabedingten Schließung.

Das ging noch recht gesittet zu, der Prinz habe sich bei den Mitarbeitern erkundigt, wie sie sich mit den neuen Umständen arrangiert haben, hieß es dazu in einer Twitter-Mitteilung des Kensington-Palasts. Nebenbei ließ sich der Zweite in der britischen Thronfolge aber auch ein Pint servieren, wie auf Fotos zu sehen war. Es habe sich dabei um Cider gehandelt, berichtete die britischen Nachrichtenagentur PA. „Ich bin ein Cider-Mann“, sagte William demnach über seine Vorliebe für den Apfelwein.

In der Regel müssen Rettungsdienste und Polizei in England an den Wochenenden oft ausrücken, weil Pub-Besucher ihr Limit nicht kennen oder es zu Schlägereien kommt. Entsprechend gilt eine erhöhte Einsatzbereitschaft der Beamten, an diesem Wochenende noch einmal besonders. In der Nacht zum Sonnabend wurden sieben Polizeibeamte in London verletzt, als sie versuchten eine illegale Party aufzulösen. Die Teilnehmer warfen mit Backsteinen und anderen Gegenständen.

Joey Chestnut (36) hat ein großes Mundwerk, den Spitznamen „Jaws“ (Kiefer) trägt der Mann vollkommen zurecht. Doch beim Hotdog-Wettessen im New Yorker Vergnügungspark Coney Island hat er sich noch einmal selbst übertroffen. Der Kalifornier verdrückte am Sonnabend 75 Würstchenbrote in zehn Minuten und verbesserte seine frühere Bestleistung von 2018 um einen Hotdog. Nach Angaben der Veranstalter setzte der Ess-Profi damit zugleich einen neuen Weltrekord.

Da geht viel rein: der Seriensieger Joey „Jaws“ Chestnut mit seinen Leckereien.
Foto: dpa/John Minchillo

Mampf und Kampf: Deutlich hinter dem Sieger platzierte sich Mitstreiter Darron Breeden (31) mit 42 Hotdogs. Er lag damit auch hinter der Titelverteidigerin Miki Sudo, die mit 48,5 Hotdogs in zehn Minuten einen neuen Rekord bei den Frauen aufstellte. Es war ihr siebter Sieg. Die 34-jährige Schnellesserin übertraf nicht nur ihren persönlichen Rekord von 2017 mit 41 Würstchenbroten, sondern auch den von Sonya Thomas, die 2012 mit 45 Hotdogs einen Frauen-Weltrekord aufgestellt hatte.

Schlank und rank: die Sieger Miki Sudo (l.) und Joey Chestnut. 
Foto: Imago Images/Bruce Cotler

Wegen der Coronavirus-Pandemie lief die Veranstaltung in diesem Jahr ohne Zuschauer ab, sie wurde live im Fernsehen übertragen. Die Wettesser, diesmal nur jeweils fünf in der Frauen- und Männerriege, waren durch Plastikscheiben voneinander getrennt. Das Wettessen im Strandbezirk Coney Island geht auf eine Marketing-Aktion im Jahr 1972 zurück und wird seitdem jährlich zum Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli abgehalten. Ausrichter ist das 1916 eröffnete Schnellrestaurant Nathan‘s Famous.

Bernardo Bustillo hatte es offenbar eilig, doch bei dem Versuch, durch raffiniertes Multitasking etwas Zeit zu sparen, passierte dem Spanier ein Missgeschick, das ihn binnen Stunden weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Torrelavega bekannt macht. Der Stadtrat begann während einer Video-Konferenz mit Kollegen, Journalisten und Bürgern zu duschen und vergaß, die Kamera abzuschalten. Während die anderen Teilnehmer ordentlich hinter ihren Schreibtischen saßen und Fragen beantworteten, war Bustillo also nackt unter der Dusche zu sehen.

Danach herrschte Zerknirschung: „Ich will das gar nicht schönreden und weiß, dass ich mich daneben benommen habe, aber das Plenum ging schon auf das Ende zu. Wir hatten um acht Uhr morgens begonnen und die Geschichte zog sich bis 12.30 Uhr hin“, sagte Bustillo zu seiner Entschuldigung. Er bot seiner Partei den Rücktritt an, aber die sozialdemokratische PSOE bestätigte ihn inzwischen auf seinem Posten, berichtete die Zeitung El Diario Montañes am Sonnabend.

Wie auch immer, Bustillo steckte an jenem Sitzungstag in arger Zeitnot. Der Mann arbeitet nämlich nur in Teilzeit als Stadtrat und geht einem Zweitberuf als Schwimmlehrer nach. Und hier lag bereits der nächste Unterrichtstermin an – während sich die Videokonferenz in die Länge zog. Doch nicht genug damit, vor dem Schwimmen musste er noch seine Tochter zu einer Veranstaltung bringen. Stadtrat, Schwimmlehrer und Vater: Das war einfach zu viel für Bustillo, er verlor den Überblick.

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