Amsterdam - Während in Berlin kürzlich der 31. Jahrestag des Mauerfalls begangen wurde, schaute ich mir in Amsterdam eine Dokumentation über jenen August 1961 an, in dem die DDR-Grenzsoldaten quer durch die Stadt große Ziegel stapelten und Mörtel glatt zogen. Mal abgesehen von der Baugeschwindigkeit, von der sich einige aktuelle Berliner Bauprojekte durchaus ein Scheibchen abschneiden dürften, erschien es mir unfassbar absurd, dass sich so ein riesiger und komplexer Organismus wie Berlin überhaupt mit einer profanen Mauer in zwei Teile reißen ließ.

Ein feines Gespür für Muffigkeit bewies die junge DDR aber schon damals, denn auch die traurigste Zellteilung des Kalten Krieges hat Vorbilder und Nachahmer: Chinesische Mauer, römischer Limes, Hadrianswall und zuletzt Donald Trumps mexikanische Mauer waren als gigantomane Symbole der Stärke ihrer Baumeister gedacht; sie gingen aber als überlebensgroße Denkmäler für die Angst vor mongolischen Reitern, Germanen, Kelten oder eben Mexikanern in die Geschichte ein.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.