Das Fontane-Haus in Schiffmühle.<br>
Das Fontane-Haus in Schiffmühle.
Foto: Robert Rauh

Es ist ein Ort der starken Frauen. In Kunersdorf existierte um 1800 ein Musenhof, den die „Frauen von Friedland“ ins Leben gerufen hatten. Gelehrte wie Alexander von Humboldt oder Künstler wie Johann Gottfried Schadow pilgerten in das kleine Dorf, das im Oderbruch liegt und bis 1945 mit „C“ geschrieben wurde. Sie ließen sich inspirieren vom Geist einer emanzipierten Frau, die sich für Kultur begeisterte und andere mit innovativen Agrarmethoden beeindruckte. Helene Charlotte von Lestwitz hatte nach ihrer gescheiterten Ehe mit Zustimmung König Friedrichs II. den Namen einer „Frau von Friedland“ angenommen und war mit ihrer Tochter Henriette Charlotte, der späteren Gräfin von Itzenplitz, in das elterliche Schloss Cunersdorf zurückgekehrt, wo sie nach dem Tod ihres Vaters die Gutsherrschaft übernahm. Selbst der vermeintliche Frauenversteher Theodor Fontane fand weder Schwächen noch Sünden und würdigte Frau von Friedland in seinen männlich dominierten „Wanderungen“ mit einem Porträt: „Es war eine seltene und ganz eminente Frau; ein Charakter durch und durch.“

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