Das geht ja gut los: An zwei nicht ganz unbedeutenden Verkaufsstellen in fußläufiger Nähe des Büros ist das neue Yps-Heft um elf Uhr schon ausverkauft. Repräsentativ ist das nicht, aber eine ganz schöne Rennerei. Ganz gut zu laufen scheint die Sache auch für den Egmont Ehapa Verlag, der Yps wieder zum Leben erweckte wie die Leser des Blattes einst den Urzeitkrebs.

Ein bisschen hat es gedauert, sechs Jahre ist es her, dass ein Yps-Heft am Kiosk lag. Die letzte reguläre Ausgabe erschien sogar schon im Jahr 2000, ein Vierteljahrhundert war das Kindermagazin mit den lustigen Beigaben da alt. Die Neu-Auflage soll sich nun an die inzwischen erwachsenen Leser von einst richten.

Gelohnt hat sich Warten auf das neue Yps leider nicht. Das Heft ist durch und durch langweilig, absolut bieder, überwiegend schlecht geschrieben, traurig selbstreferenziell und eine einzige Nostalgie-Nummer. Aus jedem Beitrag ruft es heraus: Ach, wie aufregend war es damals doch mit und wie clever wurden wir durch Yps. Wenn es nicht gleich so ähnlich drinsteht in den Artikeln – mit Verweis auf die jeweilige Nummer von damals.

Also sehen wir Autos, die vor 40 Jahren über die Straßen fuhren (Audi 80, Renault 4), Computer, die vor 30 Jahren modern (C64) und Menschen, die vor 25 Jahren berühmt waren (Michael Groß). Der Schwimm-Olympiasieger hat nach seiner Sportkarriere einen interessanten Weg zurückgelegt, den Yps aber nur lieblos abfragt. Wir erleben ein Känguru, das mit seinen Zeichentrickfreunden shoppen geht (das ist die Modestrecke!) und einen Zauberer, der ein paar Tricks mit Bierflaschen, Münzen und Zigaretten vorführt.

Halbjährlich will Ehapa Yps künftig herausbringen und das Erscheinen jeweils als Event inszenieren. Das immerhin ist ein moderner Ansatz: Nichts wirklich zu bieten haben, aber das groß feiern!