Nicht nur in Großstädten gehen die Mieten immer weiter in die Höhe, längst hat das Phänomen auch das weitere Umland der Städte erreicht. Die Mietpreisbremse wirkt bislang nur begrenzt. Wohnen macht viele Menschen arm, soviel ist klar. Die SPD setzt sich mit dem Papier „Mietenwende jetzt“ für eine Verschärfung der Mietpreisbremse und einen Mietenstopp für fünf Jahre ein. Das Thema bei „Maischberger“ war also, obwohl erst kürzlich auch vom ARD-Kollegen Frank Plasberg bei „Hart aber fair“ diskutiert, topaktuell.

Betroffen macht in der Diskussion das Schicksal von Karin Jünke. Sie musste ihre Wohnung am Münchner Odeonsplatz, in der sie aufwuchs, verlassen. Nachdem das Haus vom Enkel ihres ursprünglichen Vermieters aufwändig saniert wurde, konnte sie sich die Miete nicht mehr leisten. Diese hatte sich nämlich verdoppelt. Immerhin konnte Rechtsanwältin Anja Franz vom Mieterverein, die auch in der Runde vertreten ist, eine Abfindung herausschlagen. Sie schildert, dass in Ballungszentren wie München die Geschichte von Jünke alles andere als ein Einzelfall ist.

Würde in diesem Fall die Mietpreisbremse wirken? SPD-Ministerpräsident Malu Dreyer vermeidet eine klare Antwort auf den konkreten Fall, verteidigt aber die von der SPD geplanten politischen Stellschrauben, „Der Markt hat es nicht geschafft, dass wir bezahlbaren Wohnraum haben!“ sagt Dreyer. Es gebe zu viele Luxussanierungen.

Politische Maßnahmen lehnt Christoph Gröner erwartungsgemäß ab. Der Bauunternehmer, in einem Einspieler der Redaktion wenig schmeichelhaft als Superreicher mit drei Wohnsitzen und Privatjet dargestellt, sieht genau diese Einmischung als Haupthemmnis im Kampf gegen die Wohnungsnot, außerdem gebe es zu viele andere behördliche Vorgaben. In diesem Punkt stimmt ihm Journalistin Weidenfeld zu: Aus 5000 Bauregeln seien inzwischen 20.000 geworden, Investoren würden so an der Schaffung neuen Wohnraums geradezu gehindert.