„Maischberger“ zur Antisemitismus-Doku „Auserwählt und ausgegrenzt“:

Gehören Antizionismus und Antisemitismus zusammen? Wo fängt Kritik an der israelischen Regierung an, wo werden die Menschenrechtsverletzungen des korrupten Hamasregimes ignoriert? Wo werden antimuslimische Ressentiments bedient, wo die Siedlungspolitik der israelischen Regierung im Westjordanland verharmlost?

Kaum eine Debatte wird mit mehr Scheuklappen und Einseitigkeit geführt, wie die um israelbezogenen Antisemitismus; so auch am Mittwochabend bei Sandra Maischberger.

Die Talksendung folgte auf die umstrittene Dokumentation "Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa" von Sophie Hafner und Joachim Schröder. Der Film wurde nun doch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt – allerdings mit zusätzlichen kritischen Kommentaren und einem im Internet abrufbaren Faktencheck.

WDR beklagt eklatante handwerkliche Schwächen

WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn bemängelte bei Maischberger die handwerkliche Qualität des Films, der nach WDR-Recherchen sieben Persönlichkeitsverletzungen und 25 inhaltlich-journalistischen Schwächen beinhalte. „Unser Gut ist die Glaubwürdigkeit.“ Deshalb habe man den Film in der von den Autoren gelieferten Fassung nicht zeigen wollen.

Da der Film inwzischen bei „Bild Online“, nun in der ARD und schließlich auch bei Arte gezeigt wurde, dürfte er nun weitaus mehr Zuschauer erreicht haben, als hätte ihn Arte einfach wie geplant gesendet. Der Historiker Michael Wolffsohn lobte mit Häme WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn für seine „gelungene PR“.

Wolffsohn lobt den Film

Wolffsohn hält die Dokumentation für gelungen, weil sie erstmals aufzeige, wie sehr der Antisemitismus nicht nur in rechten, sondern auch in Teilen von linken und muslimischen Gruppierungen verankert sei. Unlängst seien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen einseitig pro-palästinensische Dokumentationen gezeigt wurden, da habe auch niemand eine Ausstrahlung verhindert.