Berlin - Manche Manuskripte sind untrennbar mit dem Selbstverständnis einer Gesellschaft verbunden. Shakespeares Dramen, Voltaires Kampfschriften, Puschkins Gedichte, Goethes „Faust“. Alexander von Humboldts legendäre Tagebücher seiner Südamerika-Reisen aber, über deren Verkauf die Erben derzeit mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz verhandeln, wie sie der Berliner Zeitung bestätigten, gelten nicht nur einer, sondern vielen Nationen beiderseits des Atlantiks als geistiges Erbe. Der Präsident der Preußen-Stiftung, Hermann Parzinger, sprach von ihrer „immensen Bedeutung für das nationale Gedächtnis“ Deutschlands.

In Mittel- und Südamerika werden diese Manuskripte verehrt als Teil der von Simon Bolívar gerühmten „zweiten Entdeckung“ durch Humboldt, die Teil der Unabhängigkeitsbewegungen von Spanien und Portugal wurde. In Frankreich gilt Alexander von Humboldt als Franzose, in den USA als einer derjenigen, die die angelsächsische Tradition, Erfahrung höher zu bewerten als Theorie, internationalisiert haben. Die mehr als 3 000 dicht beschriebenen Seiten befinden sich bis heute im Eigentum der Humboldt-Nachfahren: der Familie von Heinz.

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