Vor bald vierzig Jahren legte der Underground-Filmer und Autor Kenneth Anger mit „Hollywood Babylon“ eine Art Sittengeschichte der Traumfabrik vor. Perversionen, grässliche Verbrechen, hässliche Skandale versammelte das Buch und illustrierte etliche davon genüsslich mit Fotos, die wenig appetitlich wirken. Anger, bereits legendär, wurde damit auch als „Ein-Mann-Abbruchunternehmen des Mythos Hollywood“ bekannt. David Cronenbergs neuer Film „Maps to the Stars“ reicht in seiner Erzählung über Hollywood zwar nicht an Angers Dekonstruktion heran. Aber ein Sittenbild von Tinseltown zeichnet der Film doch auch. Und freundlich wird man es nicht nennen wollen.

Man nehme nur Havana Segrand, eine der Protagonisten, die alle irgendwie miteinander zu tun haben. Havana ist Schauspielerin, hat aber mit Ende 40 jenes Verfallsdatum schon überschritten, das Hollywood-Großproduzenten ihren Hauptdarstellerinnen gemeinhin zubilligen. Havana tut zwar alles, um jung, schön und – wie man hier formuliert – „fuckable“ zu erscheinen, aber es hilft nichts. Die Hauptrolle im neuen Film eines gerade hippen Regisseurs geht an eine Jüngere. Als deren kleiner Sohn ertrinkt, freut sich die Zweitbesetzung Havana diebisch, tut aber nach außen mitfühlend.

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