Im Haus der vornehmen Orsini zappelt Martin wie ein Fisch auf dem Trocknen. Der junge Matrose wirkt ungeschlacht. Seine rauen Manieren verletzen die bürgerlichen Tischsitten. Aber er ist bereit, die Werkzeuge des Denkens in die Hand zu nehmen. Das Brot, sagt er, als er es in die Pastasoße tunkt, ist die Bildung, mit der sich die Armut aufsaugen lässt. Seine Gastgeber sind befremdet von dieser Geste. Sie mutet an wie eine unschickliche Eucharistie.

Aber die Familie lässt den Fremden gewähren, aus Dankbarkeit, weil er Sohn Arturo aus einer Schlägerei gerettet hat. In Jack Londons Romanvorlage wird Martin in der großbürgerlichen Villa als ein „interessanter Wilder“ vorgestellt. Das hört er nicht, spürt aber die soziale Demütigung und nimmt sie als Ansporn. Er wird den Erfolg um jeden Preis suchen. In Pietro Marcellos Verfilmung ist Martin (Luca Marinelli) ebenso „hoffnungslos selbstbewusst“, wie ihn London beschrieb. Aber seine Herkunftsscham stellt für ihn kein Hindernis dar. Er will die Welt nicht bloß erobern, er will sie besiegen.

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