Wer gern liest und sich dann ein bisschen im Schreiben versucht, träumt vielleicht irgendwann vom eigenen Buch. Maurice Swift, um den es im neuesten Roman des Iren John Boyne geht, hat bereits als Schüler Talent im Umgang mit Sprache. Er will unbedingt ein großer Schriftsteller werden. Da der Roman in der deutschen Übersetzung „Die Geschichte eines Lügners“ heißt und auf dem Titel der Autorenname John Boyne durchgestrichen und durch ein gekritzeltes „MAURICE SWIFT“ ersetzt ist, ahnt die Leserin schon, um welche Art von Lügen es sich handeln dürfte: um Plagiate, den Diebstahl geistigen Eigentums.

John Boyne, 1971 in Dublin geboren, ist zwar mit einem Buch für Kinder – „Der Junge im gestreiften Pyjama“ – weltberühmt geworden, hat aber davor und danach schon Romane für Erwachsene geschrieben, die unerwartete Wendungen in Biografien zum Thema haben. Auch hier erzählt er eine Lebensgeschichte. Besonders ist sein Buch dadurch, wie er die Entwicklung seiner Figur auffächert: Er folgt dem Weg von Maurice Swift zwar chronologisch, schaut auf ihn aber aus fünf verschiedenen Perspektiven. Die sortiert er in drei Teile und zwei kürzere „Zwischenspiele“. Sie führen vom Frühjahr 1998 in West-Berlin über einige Hauptstädte in die USA und zuletzt nach London. Europäische und amerikanische Geschichte spiegeln sich denn auch in den Büchern, mit denen Maurice Swift mal sehr großen, mal weniger Erfolg hat.

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