Berlin - Die Schulden sind von 120 auf 175 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes gewachsen. Die Wirtschaft ist um ein Viertel zurückgegangen. Die Löhne und Einkommen sind um 35 bis 40 Prozent gesunken. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 27 Prozent, bei den unter 25-Jährigen sogar bei 60 Prozent. Der Mindestlohn ist um 20 Prozent gekürzt worden. Ein Drittel der Bevölkerung nimmt nicht mehr an der Krankenversicherung teil (und das sei nur die offizielle Zahl, inoffziell sollen es 50 Prozent sein). Die Kindersterblichkeit hat um 43 Prozent zugenommen. Und die Anzahl der Selbsttötungen um 45 Prozent. Es war ein Schreckensbild, das Gregor Gysi vom Zustand Griechenlands und dessen Entwicklung seit Beginn des Sparzwangs zeichnete. Und seine Statistiken blieben unwidersprochen in der Runde bei Maybrit Illner.

„Aufstand in Athen – scheitert Merkel, scheitert der Euro?“ lautete das Thema. Und wenn Gysis Darstellung stimmt, kann man eigentlich nur noch wünschen, dass die Hellenen von ihrer Schuldenlast befreit werden. Zumal die nun Regierenden den Schlamassel nicht angerichtet haben, in den das Land im Süden Europas geraten ist.  Zu Recht fragte sich der Linken-Politiker, warum Angela Merkel und andere glauben, dass ausgerechnet die Verantwortlichen für die Krise, die althergebrachten Parteien, diese auch wieder überwinden sollen. Doch da ist Günter Oettinger, als CDU-Mitglied pflichtgemäß ganz anderer Meinung; er verwies auf erste kleinere Erfolge der abgewählten Regierung Samaras’ – auch wenn er einräumt, dass die reichen Oligarchen in Athen immer noch keine Steuern zahlen. Aber das Konzept Merkels und der Troika habe doch etwa in Irland und Portugal gewirkt.

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