Besondere Ereignisse verlangen besondere Reaktionen. Also zog Maybrit Illner drei Tage vor den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt in eine andere Örtlichkeit um und gab ihrer Sendung eine neue Struktur. Sie versammelte in der Berliner „Malzfabrik“ ein halbes Dutzend Bürger und ebensoviele Politiker um sich und arrangierte mit ihnen Dialoge und kleine Gesprächsgruppen. Also redete etwa der Hausbesitzer aus dem Schwabenland mit der Grünen Claudia Roth oder Thomas Strobl, CDU-Vize, mit Emine Aslan, Studentin aus Mainz. Diese Gespräche, moderiert von Illner, waren in der Regel erhellender als die größeren Runden, wenn die Politiker wie in der Manege aufeinander losgelassen und infolge ihres Wortschwalls die Bürger zu Statisten wurden.

Die Redaktion hatte eine nicht ungeschickte Struktur ersonnen: Zu Beginn wurden die „Sorgen“ der Bürger zum Thema, allerdings etwas arg forciert mit Einspielern und Fragen Illners an den Gast Christian Snurawa wie: „Ist es die Planlosigkeit, die Sie verzweifeln lässt?“ Dabei war der Mann sichtlich alles andere als verzweifelt,  lediglich unsicher, wie er mit den neuen Nachbarn aus Nahost wird zusammenleben können. Claudia Roth wusste erwartungsgemäß nur Gutes von den Grünen zu berichten und forderte, aus der Willkommenskultur müsse eine „Willkommens-Infrastruktur“ werden.

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