Köln - Inzwischen haben sich die Talkshow-Redaktionen doch dazu durchgerungen, die Krise im Nahen Osten als Thema zu wählen, nun, da die Einnahme der Stadt Kobane an der türkischen Grenze durch die Terrormiliz IS bevorzustehen scheint. Täglich dringen Nachrichten aus dem umkämpften Ort bis zu unseren Medien, und weil es auch ein Medienkrieg ist, wirken Grausamkeit auf der einen und Hilflosigkeit auf der anderen Seite um so stärker. Da wird hier in Europa gerne und schnell die Fahne der Moral gehisst: Man könne ein Massaker dort doch nicht zulassen.

„Eine Schande“ sei das, ließ sich denn auch bei Maybrit Illner der ehemalige ARD-Reporter Ulrich Kienzle vernehmen, und so recht er hat: Ist die seit Jahren andauernde Zerstörung Syriens keine Schande, trifft das Wort nicht auch auf den Terror in Nigeria zu und das Elend im Süden Sudans – auch dort sterben täglich Menschen in sinnlosen Gemetzeln, auch dort helfen nur vereinzelt idealistische Europäer, während die Regierungen Gründe für ihre Zurückhaltung suchen und finden.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.