Frankfurt a. M. - Zwei Medienriesen wollen sich zusammentun. Der Springer-Verlag und der Fernsehkonzern Pro Sieben-Sat 1. Wir erläutern, wie dieser Deal  vor  allem die digitalen Medien  hierzulande verändern könnte.

Wie weit sind die Verhandlungen über eine Fusion?

Zunächst: Es gibt keine offizielle Bestätigung von Seiten der beiden Unternehmen über eine mögliche Fusion. Unter anderem der Finanznachrichtendienst Bloomberg und das Wall Street Journal berichten, es gebe Verhandlungen, die sich aber noch in einem frühen Stadium befinden sollen. Zusammen würden die beiden Firmen einen Jahresumsatz von knapp sechs Milliarden Euro erzielen. Ein verschmolzenes Unternehmen wäre knapp 15 Milliarden Euro wert.

Wie sicher sind die Informationen über ein Zusammengehen?

Die Börsianer jedenfalls halten die Transaktion für plausibel. Denn die Springer-Aktien schossen am Vormittag um acht Prozent in die Höhe. Die Papiere von Pro Sieben-Sat 1 legten um vier Prozent zu. Dass es mit beiden Titeln nach oben geht, deutet darauf, dass aus Sicht der Investoren auch beide Unternehmen von einem Zusammenschluss profitieren könnten.

Worin liegen die Vorteile?

Es würde in Deutschland ein Medienriese entstehen, der eine enorme Marktmarkt hätte. Zu ihm würden nämlich einerseits mit der Bild-Zeitung Deutschlands größte Tageszeitung gehören. Hinzu kommen zahlreiche weitere Publikationen wie „Die Welt“ und viele  Wochenmagazine. Zum TV-Konzern zählen unter anderem zwei der wichtigsten deutschen Privatsender nämlich Sat 1 und Pro Sieben. Daneben ist hierzulande bei den Privaten nur noch die RTL-Gruppe mit ihren zahlreichen Sendern von Relevanz. Ein Zusammenschluss würde einerseits allein schon aus Gründen der schieren Größe dazu führen, dass Kosten gedrückt werden können, indem Abteilungen zusammengelegt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass Themen über verschiedene Medien hinweg bearbeitet und aufeinander abgestimmt in Print und TV präsentiert werden können. Die verschiedenen Medien können wechselseitig quasi kostenlos füreinander werben. Auch bei der Vermarktung von Werbeplätzen ist ein Zusammen- und Wechselspiel möglich, was für Unternehmen, die Reklame machen wollen, sehr attraktiv sein kann.

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