Hannover/Köln - Ein Beitrag des Magazins "RTL-Explosiv" zur Kölner Computermesse Gamescom ist nach Tausenden Beschwerden ins Visier der Medienwächter geraten. Die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) prüfe, ob RTL mit dem Beitrag vom vergangenen Freitag gegen medienrechtliche Bestimmungen verstoßen habe, sagte NLM-Direktor Andreas Fischer am Donnerstag.

In dem Beitrag nennt die Moderatorin Computerfans „echt komische Gestalten“ und beschreibt sie als Menschen, die wenig Sozialkontakte haben, schräg gekleidet sind und sich nicht immer ordentlich waschen. Ein Proteststurm der Gamer-Szene mit mehr als 8000 Beschwerden war die Folge.

Weitere Beschwerden bedeutungslos

Vor allem über die Webseite der Medienanstalten www.programmbeschwerde.de gingen Beschwerden ein. Dort heißt es, dass die Masse an Beschwerden keinen Einfluss auf das weitere Vorgehen habe und weitere Beschwerden somit bedeutungslos seien: "Der rechtliche Umgang mit dem Beitrag ist von der Anzahl eingegangener Beschwerde völlig unabhängig."

RTL hat sich dafür entschuldigt. Ein RTL-Sprecher sagte am Donnerstag: „Wenn wir Gefühle verletzt haben sollten, entschuldigen wir uns ausdrücklich dafür.“ Die NLM prüft nun, ob der Beitrag einseitig ist und die Menschenwürde verletzt, wie die Computerfans meinen. (dpa)