Der 70-jährige französische Schriftsteller Jean-Paul Dubois ist ein alter Hase, lange im Geschäft und lässt gerne Kauziges über sich verbreiten: Er schreibe nur im März, weil der 31 Tage und viel Regen habe, sei passionierter Handwerker und erfinde eigentlich nichts in seinen Romanen. Wenn dem so ist, dann poliert und veredelt er das, was ihm da draußen so entgegenkommt, gekonnt, als Schmunzler, Fabulierer und ironischer Sprachschmeichler. Sein zwanzigster Roman, „Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise“, wurde im vergangenen Jahr überraschend mit dem dem Prix Goncourt ausgezeichnet.

Paul Hansen war mehr als zwanzig Jahre lang Hausmeister in einer exklusiven Wohnanlage in der kanadischen Metropole Montreal, jetzt sitzt er im Knast und resümiert. Auf der Pritsche gegenüber hockt Patrick, ein Hell‘s Angel mit Lämmchen-Gemüt und gelegentlichen Ausrastern. Hansen ist der Sohn eines dänischen Pfarrers und einer Kinobetreiberin aus Toulouse. Dem Aufruhr der 68er ist die Ehe aber nicht gewachsen, der Vater wandert nach Kanada aus, der Sohn folgt ihm. Bald jedoch entdeckt der Herr Pfarrer die Freuden des Pferderennens, wettet sich in den Ruin und stirbt.

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