Dieser eine Moment im Credo der „Missa Pange lingua“! Nachdem sich die vier Stimmen, seitenlang paarweise im Kanon verhakt, plötzlich auf eine Richtung einigen, nämlich abwärts, passend zum Wort „descendit“ („er stieg herab“), singen sie nach kurzer Zäsur das „Et incarnatus est“ („Er nahm Fleisch an“) in schlicht-akkordischem Satz: Zu einem der Mysterien des christlichen Glaubens – der Menschwerdung Gottes – inszeniert der Komponist eines der großen Mysterien der Musik, Steigerung der Wirkung durch Vereinfachung.

Der Komponist ist der am 27. August vor 500 Jahren gestorbene Josquin des Préz. Das „Et incarnatus est“ war von jeher ein durch Stille herausgehobener Moment, nicht unbedingt jedoch ein einfacher, und so einfach wie hier schon gar nicht. Gerade die Einfachheit aber erweitert das Ausdrucksspektrum enorm und ermöglicht auch heutigem Hören einen Ansatzpunkt.

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