Judith Butler, die große Vordenkerin der Gender-Theorie, beschlich angesichts der Debatte um die sexuellen Übergriffe des amerikanischen Filmmoguls Harvey Weinstein ein ungutes Gefühl.

Die Heftigkeit, mit der der Sturz Weinsteins betrieben wird, sagte Butler im Rahmen einer Podiumsdiskussion an der Universität Zürich, sei womöglich auch ein Ersatz dafür, dass es nicht gelungen sei, Donald Trump zu verhindern. Ein hässlicher, ungehobelter Rüpel, der Gewalt gegen Frauen als legitim erachtet, ist an der Macht, gewählt von Leuten, die ähnlich denken wie er. Die große Solidarisierung, die sich unter dem Hashtag #MeToo versammelt, wäre demnach das symbolische Eingeständnis einer Niederlage.

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