BerlinIn den USA wächst die Anspannung im Endspurt der Präsidentschaftswahlen, während in wichtigen Bundesstaaten wie Pennsylvania Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. In mehreren Bundesstaaten wie Michigan haben sowohl Befürworter als auch Gegner des Präsidenten vor Zählzentren demonstriert. Vor dem Pennsylvania Convention Center in Philadelphia wurde am Donnerstagabend ein Mann verhaftet, der mit einer Waffe das Zähllokal stürmen wollte. Zuvor hatte Donald Trump erneut behauptet, dass es in Pennsylvania zu massiven Wahlfälschungen gekommen wäre. 

Bislang konnte niemand seiner Anwälte oder Unterstützer rechtlich relevante Belege liefern, dass die Behauptung wahr ist. Auch prominente Republikaner widersetzen sich mittlerweile den Mutmaßungen des Präsidenten. 175.000 Stimmen müssen in Pennsylvania noch ausgezählt werden, 58.000 davon kommen aus der liberalen Stadt Philadelphia. Trump führt in dem Bundesstaat noch mit 58.000 Stimmen, allerdings dürfte sich sein Vorsprung im Laufe des Tages stark verringern. Pennsylvania kommt bei der Auszählung eine besondere Bedeutung zu, da der Bundesstaat über 20 Wahlmänner verfügt und im Falle einer Pattsituation die entscheidenden Wahlmänner für eine Entscheidung liefern könnte.

My advice to the Secretaries of State, city clerks & others in charge of counting the ballots: Speaking from the land...

Gepostet von Michael Moore am Donnerstag, 5. November 2020

Wegen der angespannten Lage hat sich der Dokumentarfilmer und in Michigan gebürtige Michael Moore in einem Facebook-Post zu Wort gemeldet. Er forderte die Wahlleiter auf, die noch übrig gebliebenen Stimmen so schnell wie möglich zu zählen, um weitere Eskalationen zu verhindern. Michael Moore schrieb: „Die Stimmzettel müssen sofort richtig gezählt werden. Aktuell bekommen die vielen bewaffneten Verrückten viel zu viel Zeit, um den Stimmen in ihren Köpfen zu lauschen und die Tweets ihres Anführers Trump zu lesen“, schrieb der Regisseur. „Diese Leute kommen jetzt an Orte, an denen die Stimmen gezählt werden. Die Stimmzähler in den Zentren fürchten sich jetzt. Sie brauchen Schutz.“ Michael Moore forderte stärke Polizeipräsenz vor und in den Zählzentren.