Jesus ist schwarz. Sein Name ist Yvan Sagnet, und er kommt aus Kamerun. Als Flüchtling ist er nach Europa gekommen, er hat auf den Tomatenfeldern Apuliens Sklavenarbeit verrichtet, jetzt kämpft er für die Rechte von Erntehelfern. Vor zwölf Jahren organisierte er ihren ersten Streik. Das sind keine schlechten Ausgangsvoraussetzung für einen Jesus  des Jahres 2020, vor allem, wenn es einem um den sozialrevolutionären Aspekt des Christentums geht.

Und um diesen geht es dem Schweizer Theatermacher Milo Rau, der mit seiner Theater- und Filmkunst die Welt verändern möchte, indem er einen in die Ecken blicken lässt, von deren Existenz man zwar weiß, die man aber lieber ignoriert, weil man sonst vielleicht etwas dagegen tun müsste. Dabei gibt es eine direkte Verbindung zwischen diesen Erntehelfern, die die Protagonisten in Milo Raus Film „Das neue Evangelium“ sind, und denjenigen, die sich als rechtmäßige Bewohner Europas empfinden.

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