London - Wir dürfen davon ausgehen, dass Vivienne Westwood keine große Lust verspüren würde, anlässlich ihres runden Geburtstags auf ihre Lebensgeschichte und insbesondere ihre Karriere als Modedesignerin zurückzublicken. „Müssen wir das alles besprechen“, schimpfte sie schon in dem sehenswerten Dokumentarfilm „Westwood: Punk, Icon, Activist“ (2018) und nannte auch gleich den Grund für ihren Unwillen: „Das ist so langweilig.“ Das ist natürlich grob geflunkert. Langweilig war und ist kaum etwas in Westwoods Leben. Aber statt über ihre Vergangenheit zu sprechen, richtet die Mode-Anarchistin und Polit-Aktivistin, die an diesem Donnerstag (8. April) 80 Jahre alt wird, die Aufmerksamkeit lieber auf ihre gesellschaftlichen Anliegen.

So sorgte sie im vergangenen Jahr mit ihrem Protest gegen die Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange in die USA für einiges Aufsehen. Im knallgelben Outfit saß sie vor einem Londoner Gerichtsgebäude in einem überdimensionalen Vogelkäfig. „Ich bin Julian Assange!“ rief sie vor Journalisten und Demonstranten in ihr Megafon und: „Die Welt ist korrupt!“ Sie schien sich in der Rolle zu gefallen.

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