Berlin - Anfang der 1960er Jahre entstand in Pankow ein größeres Wohnviertel. Es liegt an einer der Ausfallstraßen Richtung Norden. Als Erstklässler bezeichnete mein Bruder auf dem Adressfeld einer Ansichtskarte aus dem Ferienlager die Straße als Brennesselauer Bominnade. Unsere Familie gehörte zu den ersten, die dort einzogen.

Im Haus wohnten auf jeder Etage zwei Familien, man grüßte sich freundlich. Es gab keinen Hausgemeinschaftskeller, keine gemeinsamen Feste: Jeder machte seins, man ließ einander in Ruhe. Nur die Kindergeburtstage übertraten diese Schwelle. Die Rituale der Kindheit waren schön und überschaubar. Eher beunruhigend waren die Gespräche meiner Eltern, die wir am Rande mitbekamen. Da ging es um den chaotischen Arbeitsalltag und die Sehnsucht nach der großen weiten Welt.

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