Das Usedomer Seebad Bansin, gegründet 1897 von einem Berliner Hühneraugenoperateur
Foto: imageBROKER/Martin Siepmann

Berlin - Der Begriff „Metropole“ ist ein kolonialistischer. Er stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Mutterstadt“. Im Begriff stecken die Töchter: In der Antike ist eine Metropole jene Stadt, die als Konsequenz einer Krisenphase – Überbevölkerung, Nahrungsmittelknappheit, innere Zwiste – ihre Söhne aussendet, um an neuen Ufern Tochterstädte zu gründen. Der Ursprung des Konzepts der Kolonie liegt in diesen Gründungen, die wenig mit dem neuzeitlichen Kolonialismus als Instrument imperialer Machtausdehnung gemein haben, obwohl auch sie eine Geschichte von Verdrängungen, Vernichtungen und Identitätskonflikten erzählen. Denn auch die Buchten, Halbinseln, fruchtbaren Weiden, an denen diese Städte entstehen, tauchen nicht, wie im Videospiel, ohne ihre Geschichte aus dem fog of war auf. Dennoch. Die griechischen Kolonien, Apoikia genannt, waren politisch unabhängige Gebilde, der Mutterstadt eher ideell verbunden, anders als die Blutmühlen der Neuzeit.

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