Berlin - Noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg verfügte Berlin über weite Brachflächen mit unkontrolliert wachsenden Pflanzen- und Tierpopulationen. Trotz des Immobilienbooms finden sich bis heute Überreste dieser Flächen, vor allem an verkehrstechnisch wenig erschlossenen Stellen. Diese restlichen Brachen stellen nicht mehr, wie in den 1980er und 90er Jahren, Herausforderungen für die Stadtentwicklung dar, sondern sind ein immer kleinerer Teil eines Patchworks aus verdichteten und durchgrünten urbanen Zonen. Und während die ungenutzten Areale schnell schwinden, werden die spezifischen Qualitäten, die sie aufweisen, immer seltener und damit wertvoller.

Berlins Brachen waren und sind Resultat mehrerer Umstände: von Kriegszerstörungen, langfristig ungeklärten Rechtslagen oder des Freihaltens von Grundstücken für Infrastrukturpläne. Vor allem aber entstanden sie nach der Aufgabe industrieller Produktionen ohne nachfolgende Nutzung. Im Westen der Stadt führten Teilung und Mauerbau zu großem Zuwachs an offengelassenen Flächen. Und nach 1989 gab es einen enormen Schub, als das Wirtschaftssystem im Osten und das Subventionssystem im Westen der Stadt an ihre Enden kamen.

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