Berlin - Die TV-Serie „Babylon Berlin“ kann uns glauben machen, ein charismatischer Kriminalpolizist wie Gereon Rath verkörperte das Berlin der 1920er-Jahre. Ein Wahrzeichen der Epoche und Stadt war aber vielmehr der ganz und gar nicht glamouröse Schupo. Warum? Die Reichshauptstadt wurde historisch just in dem Moment zu Groß-Berlin, als das Deutsche Reich seine Großmachtstellung mit dem Ersten Weltkrieg eingebüßt hatte. Auf die Allüren als Weltmacht folgte die Stilisierung Berlins als „Weltstadt“. In der Weimarer Republik wurde die politische Agenda neu sortiert. Die Außenpolitik hatte nicht mehr oberste Priorität. Es ging nun darum, die innere Ordnung insbesondere in der Reichshauptstadt zu garantieren. 

Entsprechend lief die Polizei dem Heer den Rang als bedeutendstes Symbol der Staatsgewalt ab. Die Berliner Polizei wurde in allen Abteilungen modernisiert, vergrößert und war auf den Straßen jetzt präsenter als während der preußischen Monarchie. Behörden und Politik bemühten sich, das Vertrauen der Stadtbewohner für die Ordnungsmacht zu gewinnen. 1926 bewarb etwa der preußische Innenminister die Polizei als „Freund, Helfer und Kamerad der Bevölkerung“.

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