BerlinNeulich verbrachte ich längere Zeit auf der Unfallstation des Urbankrankenhauses. Wenige Tage nach meiner Einlieferung fing ich an, in meinem hinten offenen Krankenhaushemdchen durch das Gebäude zu schlendern – noch leicht benommen von meinem Fahrradsturz und deshalb ungewöhnlich schamlos.

Stundenlang sah ich aus dem Fenster im Flur auf die Trauerweiden, die ihre langen Haare in den Landwehrkanal hängen ließen, und auf das Geschehen zwischen ihnen. Zu jeder Tages- und Nachtzeit lungerten dort Bier trinkende Menschen herum und fütterten die über das Wasser gleitenden Schwan-Familien mit Müll. Aus dem brutalistischen Bau beobachtet, ergab sich eine angenehm vertraute Komposition, hervorgerufen durch die sanfte Berliner Farblosigkeit, in die alle Elemente getaucht waren.

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