Es sind vor allem soziale Gräben, die sich durch die Pandemie auftun und die Schwächen der neoliberalen Gesellschaft aufzeigen. 
Abbildung:  Imago/Rob Goebel

Berlin - Dann kam Covid-19 und unterwarf die offene Gesellschaft einer schweren Prüfung. Die Pandemie wirft das vertraute Leben aus der Bahn. Das Und-so-Weiter allen Handelns und Erlebens – urplötzlich ausgehebelt. Weiter, ja, aber nicht so; Prüfen, Verwerfen von Üblichkeiten, Verbindlichkeiten, Verabredungen. Die Gegenwart zieht ihren Zukunftsschatten ein. Von Tag zu Tag greift die Krise auf immer weiter entfernte Vorhaben zu und legt sie still. Die Systemrelevanz der Tätigkeiten zieht einen harten Trennstrich zwischen denen, die jenseits der Routine weitermachen müssen und Millionen anderer, die zwangsweise pausieren. Was seit der Flüchtlingskrise Menschenrechten geschah, widerfährt nun Bürgerrechten in Form von äußeren und inneren Grenzschließungen, der Aufhebung von Reisefreiheit, Bewegungs- und Versammlungsfreiheit, Ausgangssperren, Leben in der Quarantäne unter polizeilicher Kontrolle, digitalem Tracking; Hauptsache gesund.

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