Seit sieben Jahren nimmt ganz Deutschland Anteil am Schicksal von Monica Lierhaus. Anfang 2009 wollte sich die Sportmoderatorin die Augen lasern lassen, bei einer Voruntersuchung wurde ein Aneurysma festgestellt. Die darauf folgende Hirn-Operation – eigentlich ein Routineeingriff – ging schief, Lierhaus lag monatelang im Koma.

Sprechen, essen, laufen, sitzen: Alles musste neu gelernt werden. Der Weg zurück ins Leben war schwierig, und das ist er bis heute. Am Montagabend zeigte RTL in einem „Exclusiv Spezial“, wie es der 46-Jährigen heute geht.

Mit seltenen Einblicken in das Privatleben Lierhaus' macht die Doku deutlich, was es heißt, ein Pflegefall zu sein, sich ins Leben zurück zu kämpfen, mit einer Behinderung zu leben. Keine Frage, das geht nahe, doch gleichzeitig schämt man sich als Zuschauer für seine voyeuristische Neugier.  

Seltene Privataufnahmen

RTL zeigt seltene Privataufnahmen: Lierhaus kommt aus dem Krankenhaus nach Hause, im Rollstuhl, die Moderatorin ist kaum wiederzuerkennen. Monika selbst hat die Bilder bisher erst einmal gesehen. Doch sie will, dass die Zuschauer sehen, „wie es wirklich um mich stand“. Sie selbst sagt dazu: „Ich war wie eine lebende Leiche.“

Der Öffentlichkeit ist Monica Lierhaus' Schicksal bekannt, doch wie schlimm es tatsächlich um die Moderatorin stand, wird einem doch erst angesichts dieser Bilder bewusst. Und Lierhaus erinnert sich selbst an die Zeit: „Es war wirklich grauenvoll. Weil ich angestarrt wurde wie ein Monster.“

Sie selbst glaubte nach eigener Aussage aber stets daran, irgendwann wieder arbeiten zu können – ein Ziel, das sie immer weiter kämpfen ließ.

Besonders ihre Schwester und ihre Familie standen in der schweren Zeit an ihrer Seite. Es gab immer einen Schichtwechsel bei den Familienangehörigen. Sie selbst ist der Meinung, dass sie es ohne Hilfe nicht geschafft hätte. 

Es geht stetig bergauf

Sieben Jahre später sieht das Bild schon wieder ganz anders aus. Stimme und Bewegungen sind noch immer von der langen Leidenszeit gezeichnet, doch sie sieht gut aus, lebensfroh wie früher. Ihren Lebensmut hat Lierhaus längst wiedergefunden, doch Rückschläge muss auch der tapferste Kämpfer hinnehmen.

Im Mai 2015 verließ sie ihr langjähriger Lebensgefährte Rolf Hellgard, dem sie im Februar 2011 bei der Verleihung der Goldenen Kamera noch einen Heiratsantrag machte – ein Fehler, wie die Moderatorin heute einräumt: „Er konnte ja gar nicht Nein sagen. Das tat mir echt leid.“ Und RTL verzichtet an dieser Stelle nicht darauf nachzuerzählen, wie das Publikum zwischen Entsetzen und Faszination schwankte.

Und doch wird an dieser Stelle deutlich, wie sehr Lierhaus die Trennung noch heute zu schaffen macht. Kontakt habe sie zu Hellgard kaum noch. „Weil ich es so will“, sagt sie unter Tränen.

Immer mehr kleinere Erfolge motivieren Lierhaus heute jedoch. Sie hat sogar ein Buch geschrieben („Immer noch ich: Mein Weg zurück ins Leben“), in dem sie Einblicke in ihr Leben beschreibt.

Auch eine Delfintherapie gibt ihr wieder neuen Lebensmut. Auch zu der begleitet sie RTL in seinem „Exclusiv Spezial“.