Kulturstaatsministerin Monika Grütters ist um gute Stimmung bemüht. Nach der ersten Sitzung der Reformkommission, die über die Umstrukturierung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) befinden soll, betonte sie die Bedeutung von Kooperation. Es sei ihr wichtig, so Grütters, „dass in die Reformdebatte nicht nur die Leitung der SPK und die Länder, sondern auch die Direktorinnen und Direktoren der Einrichtungen und die Mitarbeiter aktiv eingebunden werden“.

Ganz so versöhnlich hatte es zuletzt nicht geklungen. Die Direktoren der Staatlichen Museen sahen sich scharfer Kritik seitens ihrer obersten Dienstherrin ausgesetzt, in unmissverständlichem Ton hatte sie das Sicherheitskonzept der Häuser auf der Museumsinsel infrage gestellt. Nicht ganz zu Unrecht. Überwachungskameras waren, wie es jetzt heißt, „unbemerkt ausgefallen“, Aufnahmen funktionierender Kameras seien indes nicht gespeichert worden. So tappen die Ermittler bei der Aufklärung der Beschädigung von mehr als 60 Artefakten, die während der Öffnungszeit am 3. Oktober in Mitleidenschaft gezogen wurden, weiter im Dunkeln. Nur ein geringer Teil der mit einer öligen Flüssigkeit traktierten Skulpturen und Kunstgegenstände konnte gereinigt werden, rund 50 müssen vermutlich aufwendig restauriert werden. Bei der Flüssigkeit habe es sich mutmaßlich um ein Pflanzenöl gehandelt. Welche Rückschlüsse sich daraus auf die Täterschaft ergeben, ist derzeit Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Wie der „Spiegel“ berichtet, hat Michael Eissenhauer, der Generaldirektor der Museen, Stiftungspräsident Hermann Parzinger erst am 4. Oktober informiert, noch zwei Tage später wurde die Staatsministerin in Kenntnis gesetzt. Ganz unwidersprochen wollten die Museumsverantwortlichen die Mängel nicht auf sich sitzen lassen. Der „Spiegel“ meldete auch, dass Grütters im Sommer einen Antrag der Staatlichen Museen abgelehnt habe, die mit 1,3 Millionen Euro die Sicherheitsmaßnahmen verstärken wollten. Grütters mochte das Argument nicht gelten lassen. Es habe andere Möglichkeiten gegeben, den Sicherheitsverpflichtungen nachzukommen.

Aus dem nicht ganz emotionsfreien Schlagabtausch geht zumindest hervor, dass die Attacken auf der Museumsinsel, die von der Polizei als „gemeinschädliche Sachbeschädigung“ gewertet werden, nicht ohne kulturpolitische Brisanz sind. Den Reformprozess, der die Kulturstaatsministerin wohl bis zu Ende ihrer Amtszeit begleiten wird, will Grütters unbeirrt fortsetzen. „Unser gemeinsames Ziel ist es“, formulierte sie nach der ersten Sitzung der Reformkommission, „die Stiftung modern und zukunftsfähig zu gestalten, damit die Museen und Kultureinrichtungen ihr enormes Potenzial besser entfalten können.“ An der Gemeinsamkeit wird noch gearbeitet.