Berlin - Wo immer Bundeskanzlerin Angela Merkel in diesen Tagen empfangen wird, umweht sie der Hauch des letzten Mals. Eine Weltpolitikerin auf Abschiedstournee, deren Bilanz nach 16 Jahren selbst unter ihren politischen Gegnern freundlich ausfällt. Eine kühle Pragmatikerin, deren wirksamster Trumpf es war, fast bis zuletzt unterschätzt zu werden.

Letzteres dürfte ihre Parteikollegin Monika Grütters, die über die Hälfte der Merkel-Regentschaft hinweg die kulturpolitischen Belange des Landes angeleitet hat, weder für sich in Anspruch nehmen, noch kann man es für sie gelten lassen. Als Vorsitzende des Kulturausschusses des Deutschen Bundestags hatte sie intime Einblicke in nahezu alle vom Bund geförderten Kulturbereiche, ehe sie in ihr Büro ins Kanzleramt einzog. Als umtriebige Zeitgenossin war sie gegenüber randständigen Milieus und Subkulturen durchaus aufgeschlossen, und für ihre Hintergrundtermine liebte sie es, ihre Gäste an originelle, weitgehend unbekannte Orte zu locken. Und als sie schließlich auf die Terrasse des Ungers-Baus hinaustreten durfte, den sie deshalb als schönsten Arbeitsplatz der Welt bezeichnet, wurde sie in ihrer neuen Rolle wegen ihrer Sachkompetenz und politischen Eigenständigkeit weithin begrüßt.

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