Berlin - Als Mitte der 90er-Jahre bekannt wurde, dass Monika Maron sich als Mittdreißigerin aus Abenteuerlust hatte von der Stasi einspannen lassen, hielt ihr Verlag zu ihr. Das war zu einer Zeit, als das Meinungsklima so aufgeheizt war, dass viele andere Menschen aus dem Osten ihre Stellen verloren, wenn sich eine Verpflichtungserklärung von ihnen fand – egal, was sie weitergetragen hatten. Die zwei Berichte, die Monika Maron schrieb, stellte der Verlag sogar ins Internet. Damit war offensichtlich, wie vergleichsweise unerheblich das Vergehen der Autorin war.

Anderthalb Jahrzehnte später wird die Kündigung der weiteren Zusammenarbeit mit der Tatsache begründet, dass die Autorin einen Band mit gesammelten Essays und Reden bei einem Verlag veröffentlicht hat, der mit neurechten Kreisen eng verknüpft ist. Wiegt das schwer genug für einen Schnitt? Nicht der Inhalt, sondern allein der Ort der Publikation?

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.