Diese eine Szene geht besonders unter die Haut: Eine junge Mutter, die ihren autistischen Sohn allein großzieht, steht im Keller zwischen zwei Regalen, links und rechts stapeln sich Vorräte: Konserven, Nudeln, Zucker, Klopapier, Kaffee. Wie viele Pakete Kaffee hast du denn hier gelagert, hört man die Stimme der Erzählerin. „80 Pakete müssten es schon sein“, antwortet die junge Frau. Sie lagere die Sachen für den Notfall, eine mögliche Katastrophe, einen Bürgerkrieg.

An dieser Stelle wird im Kino oft gelacht, sagt die Filmemacherin Sabine Michel. Als zeige die Szene etwas besonders Lächerliches. Wenn man im Osten groß geworden ist, kennt man dieses Lachen, und das Überlegenheitsgefühl, das dabei mitschwingt. Es ist ein Lachen derjenigen, die das Glück hatten, in einem anderen System gelebt zu haben. Es ist nicht neu. Man hat es vielleicht zum ersten Mal nach der Wende gehört. Und schon damals machte man sich damit darüber lustig, wie wild die Ostler Bananen einkaufen und Sex-Kinos besuchen.

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