Taylor Swift spielte bei den MTV Video Music Awards 2019 live.
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Es gab eine Zeit, in der die Fernsehübertragung der MTV Video Music Awards (VMA) zum Pflichtprogramm junger Musiknerds gehörte. Denn man sah und hörte nicht nur die Lieblingslieder seiner Stars live, sondern bekam von ihnen einen ganz unmittelbaren Eindruck. Dabei kam es oft zu kuriosen Dingen. Einmal liefen Hunderte Eminem-Doppelgänger bei einer Performance durch den Saal. Die MTV-Awards entfalteten den Ehrgeiz, von all denen wahrgenommen werden zu müssen, die mitreden wollen.

Mit den Jahren hat das Internet den Wert des Musiksenders sowie die Bedeutung der Preisverleihung deutlich verringert – was nicht daran liegt, dass der Sender zeitweise kostenpflichtig war. Niemand muss heutzutage mehr MTV gucken, um das neuste Video von Beyoncé zu sehen, um Persönliches von Lady Gaga zu erfahren oder Auftritte von Nas zu erleben. Das alles gibt es frei Haus auf den Social-Media-Profilen der Stars. Mit den zahlreichen Preisen konnte man als Zuschauer ohnehin meist wenig anfangen, auch wenn Partizipation suggeriert wurde und die Zuschauer vorab abstimmen durften. 

Immerhin sorgen zur diesjährigen Ausgabe zwei neue Preise für Aufsehen: „Best Music Video From Home“ und „Best Quarantine Performance“. Mit den Preisen will man ausdrücklich auf die Situation der Künstler während der Pandemie aufmerksam machen. Die Show wird außerdem nicht in der Radio City Music Hall in New York stattfinden, sondern an diversen anderen Orten. Pop löst sich von seinen herkömmlichen Repräsentationsformen vor Ort, auch wenn es den Machern in erster Linie darum gegangen sein dürfte, die Abstandsregeln zu garantieren. Glamour? Nur mit den gebotenen Hygiene-Standards.

Ob das wirklich klappt? Ob die Fans nicht doch vorm Eingang warten, um etwa Miley Cyrus zu sehen? Ob sie einen Mundschutz tragen werden? Wer mitreden will, hat diesmal noch die Gelegenheit, einzuschalten – wie immer.

Die MTV Video Music Awards werden am 31.8. um 2 Uhr auf MTV gezeigt.