Während die Jugend den knappen Ickso-Stil pflegt − „… jestan im Treppenhaus bei mein Alten, die Olle von ohm, sieso: anquatsch, ickso: am nich Antwortn, sieso: plapper, ickso: am Augen verdrehn, sieso: imma weita am Scheißelabern, ickso: am Losgehn, sieso: voll den Redeflash, ickso: abjehaun …“ − bedienen sich die älteren Semester der liebenswürdigen, meist ausführlicheren Sarick-Variante.

Hier eine ähnliche Szene, geschildert von einer etwas älteren Frau: „Jestan habick die Olle von ohm im Treppnhaus jetroffn. Hatma wieda n Jespräch uffjezwungn! Sachtse: Frau Lehmann, ihre Balkongflanzn sinja wieda üppich dit Jaah! Sarick: man tut, wat man kann. Sachtse: ick habja keen Händchen für sowat. Sarick: achwat! Sachtse: Na sarensema und sonstso? Och, sarick, jedn Tach n bisschen schlechta!

Sachtse: na wem sarense dit! Sarick: Na sarensema, sarick, sarensema, se sehn do jut aus! Lachtse! Sachtse: Da mussick aba lachn. Und kommt nun zum Eijentlichn: Hamse dit mitjekricht, dass die ausm Dritten, die hier imma so üba die Balkongs zu ihra Mutta im Zweeten vom Nehmhaus brüllt, dass die untn im Imbiss von ihrm Macka astochn worn is? Wat, sarick, wat soll sein? Die is astochn worn?

Sachtse: Wennicks doch sare! Der hat die astochn, im Streit, im Imbiss, die, die hier imma so rumbrüllt, üba die Balkongs drüba weg. Sarick: Wat rednse denn da, dit kann do wohl nich wahr sein! Wo lehm wir denn?!, sarick, wirklich? astochn? Ja, frangse nich, sachtse, astochn im Imbiss anner Ecke, dense grad erst neu jemacht ham ick denkema, Appetit wird da erstma keena mehr ham, aba, wat sarick, sachtse, die ham da eh nischt jejessn, nur jesoffn, den liebn langn Tach, dit is ehm dit mitm Prekarjat, oda, wie die im Fernsehn imma saren, sachtse.

Wat solln die oo schon anders machen, sarick imma, die ham do oo ja keene Schangse mehr, um die kümmat sich ja oo keena mehr, sachtse, da muss man sich üba nüscht wundan, dann schlagn die sich ehm jejenseitich dot, sachtse. Frau Lehmann, sachtse denn noch, eens kannick ihnen saren, aber ick sare lieba nüscht!

Und denn kommt die alte die-da-ohm-Leier. Von da ohm, sachtse, von da ohm brauchnse sich heutzutare ja nüscht mehr zu awartn, da könnse soville wähln wiese wolln, dit kommt do am Ende allet vonne Wirtschaft, sachtse, dit sind do nurno Hampels da ohm, dit sind do nurno Majonetten, sarickma, sachtse, Majonetten vonne Wirtschaft, soviel isma sicha!

So isset ehm, aba wat soll sein! Vorhin wa oo schon eener vonne Journallje bei mir. Wat?, sarick jetz mal wieder, also: Wat? wieso, warn der nich bei mir? Sachtse: Na sarensema, Sie machn do nie die Tür uff, wennet klinglt. Die wolln do hier glei wieda sone Story fürde erste Seite draus machn, so sind die do, keen Respekt for nüscht, Hauptsa dit vakooft sich, sachtse, Hauptsa dit Jeld stimmt, so isset do, oder wat sarense, jeht do imma nur ums Jeld, wissense watse bei den Kriminalen saren? Sarick: nee, weeßick nich, wat sarense denn? Da sarense, folge der Spur des Jeldes und des Spermas! Grinstse. Sarick: Sperma?, ick hörja wohl nich richtich!

Sachtse: na und so wa dit bestimmt oo bei die Olle ausm Dritten. Jeld und Sperma. Könnse sich do an zwee Fingan abzähln. Na, ick hab jenfalls nüscht weita an die Presse varatn, sachtse, ick werd ma mein Maul vabrenn! Von wejen, dass die Brüllarei üba die Balkongs, dit musste ja ma so komm, die wa do oo nich janz beisamm, sarickma. Oda wat meinse, sachtse.

Sarick: wat weeß ick, wie sollet denn nu weiterjehn? Sachtse: weeß ick nich, aba meene Tochta hat son Freund, gloob, der is schwul, der sucht ne Wohnung, sachtse, habick ihr glei Bescheid jesacht, ick hab ja nüscht jegen die Brüda, die solln ja imma janz orntlich sein und allet, und meene Tochta is dann ooch ma öfta hier, sachtse, wat soll sein, Frau Lehmann, Lehm jeht weita und man muss sehn wo man bleibt.

Sarick erstma nüscht. Dann sarick: mhm, na, bis denne! Sachtse: Kommse do ma zum Kaffe ruff! Sarick, ja, machickma − aber denkn tuick: Dit janz sicha nich, meene Liebe!“

Zum besseren Verständnis: Berliner Konjugation des Verbs sagen: ick sare, du sachst, er/sie/es sacht, wir saren (kurz: sang), ihr sacht, sie saren (sang)