Berlin - Wird es in diesem Jahr ein Festival-Sommer geben, wie wir ihn kennen? Als Stephan Thanscheidt vom Veranstalter FKP Scorpio Ende Januar der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte, dass es „noch viele Fragezeichen“ gäbe, war bereits abzusehen, dass die Hoffnung auf große Events vorerst Hoffnung bleibt. Am Mittwoch gab dann das Veranstalter-Netzwerk Eventim Live, zu dem FKP Scorpio gehört, in einer Pressemitteilung bekannt, dass sieben große Open-Airs in Deutschland und der Schweiz ausfallen. Betroffen sind „Rock am Ring“, „Rock im Park“, „Hurricane Festival“, „Southside“, „Deichbrand“, „SonneMondSterne“ und das „Greenfield Festival“.

„Die Veranstalter mussten sich aufgrund der weiterhin bestehenden unsicheren Infektionslage zu einer Absage entscheiden“, heißt es in der Mitteilung weiter. Für die Mitarbeiter und Hunderttausende Fans fallen die Festivals somit zum zweiten Mal aus.

Jens Michow, Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, teilte im Januar mit, dass die Macher bis Mitte März Entscheidungen brauchen, „weil sie eine Mindestzeit zur Vorbereitung benötigen.“ Die Branche habe zwar den Herbst und Winter genutzt, um mögliche Konzepte zu erstellen – seiner Einschätzung nach werden unter anderem Schnelltests die Voraussetzung für einen Veranstaltungsbesuch sein. Doch inwiefern diese bei großen Festivals mit „derart vielen Menschen durchgeführt werden können“, muss noch geprüft werden.

Finden die Festivals „Lollapalooza“ und  „Melt!“ statt?

Im schleswig-holsteinischen Wacken plant man hingegen. „Natürlich kann niemand eine genaue Prognose für die pandemische Lage im Sommer vorhersagen“, sagte Mitbegründer Thomas Jensen der dpa. Er hoffe aber, „dass die staatlichen Maßnahmen greifen und eine Rückkehr zu Live-Events im Sommer möglich sein wird“. Auch die Betreiber vom „Melt!“ in Sachsen-Anhalt scheinen sich zu organisieren. Auf der Webseite lassen sich Line-up und Tickets finden. Die Lage beim hiesigen „Lollapalooza“ ist wiederum ungewiss. Bisher gibt es keinerlei Informationen.

In Berlin steht als nächstes die „Fête de la Musique“ am 21. Juni an. Katja Lucker, Geschäftsführerin des Musicboards Berlin und Veranstalterin der Fête, teilte vor einigen Tagen mit: „Sollte es keine Besserung im Pandemie-Geschehen geben, wäre der Ablauf von 2020 die Planungsgrundlage für die Fête und sie findet im schlimmsten Fall als reines Streaming-Event statt.“ Mit Blick auf das Pandemie-Geschehen werde im Laufe der Vorbereitungen permanent abgestimmt, ob Konzerte mit Publikum realisierbar seien. Dasselbe lässt sich über das Berliner Festival „Pop-Kultur“, bei dem das Musicboard ebenfalls beteiligt ist, sagen: Auf der Webseite steht, dass es wie gewohnt im August stattfindet. Wie und wo? Das wird sich, wie so vieles, zeigen.