Berlin - Unter den 123 Trägern des diesjährigen Spielstätten- und Programm-Preises „Applaus“ sind in diesem Jahr auch 13 Berliner Institutionen. Am Dienstagabend hat Kulturministerin Monika Grütters im Berliner Kulturzentrum Holzmarkt 25 die Auszeichnungen verliehen. Das Yaam in Friedrichshain, Berlins einziger Reggaeclub und zentraler Ort der Begegnung für People of Colour, wurde dabei zur Spielstätte des Jahres gekürt und mit 25.000 Euro prämiert. Die Jazz-Bar Donau 115 in Neukölln sowie der Neuköllner Veranstaltungsort KM28 wurden ebenfalls in der Kategorie Spielstätte ausgezeichnet.

Ein Preis in Höhe von 50.000 Euro erhielten jeweils der Charlottenburger Jazz-Club A-Trane und die Kreuzberger Location Gretchen für ihr Programm. Als bedeutende Programmreihen wurden mit je 10.000 Euro biegungen im ausland, Freak de l‘Afrique, Inklusion rockt!, Musik für Alle, Jazz am Helmholtzplatz und Sepp Maiers 2raumwohnung geehrt. 

Berliner Zig Zag Jazz Club erhält Sonderpreis

In diesem Jahr gab es zudem neue Auszeichnungen, die mit jeweils 5000 Euro dotiert sind. Der Kreuzberger Club SO36 erhielt so einen Awareness-Preis, das Kulturquartier silent green in Wedding wurde in der Sparte Nachhaltigkeit berücksichtigt. Zusätzlich wurden 16 Sonderpreise für kreative Formate von oder zur Unterstützung von Spielstätten während der Corona-Pandemie verliehen. Der Berliner Zig Zag Jazz Club wurde dabei mit 40.000 Euro berücksichtigt. Die Spielstätte in Friedenau bietet sowohl nationalem Nachwuchs als auch gestandenen internationalen Jazz-Musikern eine Bühne. Während der letzten Monate schwankte die Einrichtung auf Streaming-Formate um, ab Juli gibt es wieder Konzerte mit Publikum.

Benjamin Pritzkuleit
Der Kreuzberger Club Gretchen erhält einen Preis für das Programm.

Die Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten gibt es seit 2013. Die Initiative Musik vergibt den Preis mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Rund 520 Musikclubs und Veranstaltungsreihen wurden seitdem ausgezeichnet und Prämien in Höhe von mehr als neun Millionen Euro vergeben. Damit ist der Applaus einer der höchstdotierten Bundeskulturpreise, der gerade in Pandemie-Zeiten stark gefragt ist.

„Die Clubs gehörten zu den ersten Einrichtungen, die in der Pandemie schließen mussten“, sagte Grütters bereits vor der Verleihung. Die Bundesregierung habe die Clubs deshalb in dieser schwierigen Zeit auf verschiedenen Wegen unterstützt. Der Preis solle nun „als Ermutigung und als deutliches politisches Signal der Wertschätzung und Anerkennung für die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Clubs und anderer Live-Musik-Veranstalterinnen und -Veranstalter“ dienen.

Für die diesjährige Ausschreibung waren bundesweit über 600 Bewerbungen eingegangen, rund 2,67 Millionen Euro flossen in die Preisgelder.