Das bekannteste Musikvideo von Benny Sings ist „Passionfruit“ aus dem Jahr 2018. Darin sieht man den Niederländer in einem rot karierten Schlafanzug zu Hause am Keyboard sitzen und den gleichnamigen Welthit des US-Rappers Drake covern. Das Licht ist gedimmt. Sings’ blonde Locken wackeln wie der Körper zum gespielten Takt, der ein wenig schneller als im Original ist. Manchmal sitzt er aber auch am Schlagzeug, am Synthesizer, zupft an der Gitarre, klickt am Computer oder trinkt ein Glas Wasser in der unaufgeräumten Küche. Homeoffice 2018?! Damals schien es zumindest leichter zu sein.

Über zwei Millionen Aufrufe hat Sings bis heute für sein DIY-Stück bekommen, US-Musiker sind längst Fans und die amerikanische Plattenfirma Stones Throw Records, bei der prominente Acts wie Madlib und Washed Out vertreten sind, hat ihn unter Vertrag genommen. Was nach einem YouTube-Wonder klingt, ist jedoch hart erarbeitet. Sings, der als Tim van Berkestijn 1977 in Dordrecht geboren wurde, macht seit 1999 Musik. Angefangen hat er bei einem örtlichen HipHop-Projekt, es folgten Aufträge als Studiomusiker sowie Songwriter, das Solodebüt „Champagne People“ erschien 2003. Der internationale Durchbruch scheint sich jedoch erst jetzt anzubahnen.

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