Unsere Tipps für das Finale beim Tag der Clubkultur dieses Wochenende

Der Tag der Clubkultur geht diesmal eine volle Woche lang. Was ist denn da los? Und vor allem: Welche Events lohnen sich besonders? Unsere Tipps.

Wer hat kein Herz für Discokugeln?
Wer hat kein Herz für Discokugeln?dpa/Annette Riedl

Witziger Etikettenschwindel: Der Tag der Clubkultur ist diesmal gar kein Tag. Sondern gleich eine volle Woche. Am Montag, dem Einheitstag, ging es schon los – und bis Sonntag dürfen wir noch weiter clubkulturtagclubben. Warum hat die Berliner Clubcommission, die findige Lobbyvertretung der Berliner Clubszene, das Ding dann nicht in Woche der Clubkultur umbenannt? Vielleicht, weil es weniger knackig klingt. Vielleicht aber auch, weil viele Clubber:innen sicher ganz nostalgisch werden, wenn sie an den 3. Oktober, den allerersten Tag der Clubkultur, zurückdenken. Damals waren wir alle hart im Shockdown-Lockdown, aber an diesem einen Tag, dem 3. Oktober, ging dann plötzlich wieder was. Und wir alle fühlten uns wie Cinderella auf dem Ball.

Nun also noch ein ganzes Wochenende voller Tag der Clubkultur. Qual der Wahl. Für Freitagabend empfehlen wir die Salons der Volksbühne: Bis Mitternacht wird dort Saint Laurent gehuldigt, der letztes Jahr gestorben ist. Also nicht Yves Saint Laurent (der ist ja schon seit 2008 tot), sondern Iconic Godfather Vjuan Allure Saint Laurent, einem der ganz großen in der Ballroom-Szene (die spätestens seit der Netflix-Serie „Pose“ von Ryan Murphy ja auch hierzulande einen massiven Push erlebte).

Stress mit Ordnungsamt und Polizei

Wer nach Mittenacht noch Party machen will, sollte ins Loophole nach Neukölln kurven. Dort geht’s bis um 4 Uhr morgens weiter mit der Album-Release-Party von Imperio. Sowieso weiß man ja nicht, wie lange der coole Underground-Laden noch laute Partys oder Konzerte abhalten darf – Stress mit Ordnungsamt und Polizei stand diesen Sommer auf der Tagesordnung. Also besser noch mal auskosten, das Loophole.

Clubs sind auch Schutzräume, das hört man oft. Doch für wen und in welcher Form? Wer darf rein und wer muss dafür draußen bleiben? Wer sich für dieses Thema intensiver interessiert, könnte Antworten finden beim Panel „Safer Club Spaces zwischen gestern, heute und morgen“ am Sonnabend im SchwuZ, zwischen 19 und 23 Uhr. Danach empfehlen wir Party, erst bei „African Queens“ (im Pop Kudamm, bis 2 Uhr) und dann bei „Arabs Do It Better Kultur Fest“ im AL.Berlin Cafe Bar (bis 4 Uhr morgens).

Sonntag auf Speed

Sonntag ist man dann vielleicht ein wenig müde – zumal wenn man schon seit Montag am Start ist beim sogenannten Tag der Clubkultur. Aber „schlafen können wir, wenn wir tot sind“, wie schon der olle Cicero, antik-römischer Staatsmann und geistiger Erfinder des Speed, wusste. Für die finale Runde Clubkultur am Sonntag empfehlen wir:„ The Trans Identity Celebration Kiki Ball“ zur Feier von Ria Mermaid, einer der ersten trans Frauen in der hiesigen Ballroom-Szene. Von 13.30 Uhr bis 21 Uhr geht der queere Spaß im SO36.

Wer nach der Woche immer noch Energie hat, sollte vielleicht einen Leserbrief an die Clubcommission texten: Wir wollen, dass der Tag der Clubkultur nächstes Jahr einen Monat lang geht, mindestens.