Wie man seine Singstimme auch im fortgeschrittenen Alter, wenn die einst mühelos erklommenen Tonlagen auf halben Wege wegzubrechen drohen, mit der Gravität und Würde der Vergänglichkeit versehen kann, hat kaum jemand so überzeugend vorgeführt wie Bob Dylan. Ob er Weihnachtslieder im Gestus eines weinseligen Clochards grölt oder vergessene Klassiker aus dem Great American Songbook intoniert: Noch immer kann man sich mit ihm auf eine Exkursion durch eine umfangreiche Werkgeschichte begeben, die nicht zuletzt von einer Stimme handelt, die sich stets an die unterschiedlichen Lebensphasen anzupassen schien.

Werkgeschichte, Lebensphasen, Pophistorie – die Begriffe lassen sich auch auf Barry Gibb münzen, der seit dem Tod seiner Brüder Andy (1988), Maurice (2003) und Robin (2012) das Erbe der neben den Beach Boys erfolgreichsten Familienband der Popgeschichte allein weitergetragen hat. Barry Gibb war der Glamouröseste der Sangesbrüder von den Bee Gees – er sah einfach am besten aus. Und nach der erfolgreichen Phase des melodiösen Harmoniegesangs in den 60er-Jahren hielt er seine Brüder an, ihre Kopfstimmen für die Kreationen des Disco-Feelings zu strapazieren, und machte sie damit erfolgreicher als je zuvor.

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