Als der Blues-Schlagzeuger Sam Lay 2001 mit dem Hero’s Award der Recording Academy ausgezeichnet wurde, schickte Bob Dylan ein Telegramm und bedankte sich für das Tragen des gestreiften Hemdes und der roten Krawatte, die er ihm zuvor geschenkt hatte. Ferner beglückwünschte Dylan Sam Lay, endlich von einer größeren Öffentlichkeit für seine Leistungen gewürdigt zu werden.

In der langen musikalischen Kooperationsgeschichte Bob Dylans spielt Sam Lay eine besondere Rolle. Er rührte die Schlagzeug-Sticks, als Dylan 1965 beim legendären Folkfestival in Newport erstmals mit einer sich elektrisch verstärkenden Band auftrat, zu der neben Lay noch Mike Bloomfield und Al Kooper gehörten. Folk-Puristen waren entsetzt, und von Peter Seeger, dem großen alten Mann der handgemachten Musik, wird bis heute jene Anekdote erzählt, wie er verzweifelt daran gescheitert sei, das Stromkabel mit der Axt zu durchtrennen.

Sam Lay und Bob Dylan scheinen viel Spaß miteinander gehabt zu haben. Während der Aufnehmen zu dem Album „Highway 61 Revisited“ zog Sam Lay Dylan wegen seiner Frisur auf, sie erinnere ihn an den Muddy-Waters-Song „I Found A Bird Nest On The Ground“. Sam Lay hatte einige Zeit in der Band des Bluesmusikers Muddy Waters gespielt, u.a. auf dessen 1969er-Album „Father And Sons“.

1935 in Birmingham, Alabama geboren, spielte Lay von den 50er-Jahren an in verschiedenen Bands, unter anderem bei dem auch von Dylan sehr verehrten Bluesmusiker Little Walter. Weitere wichtige Stationen waren Howlin‘ Wolf und die Paul Butterfield Bluesband. Sam Lay ist außerdem für das seltsame Geräusch im Titelsong auf „Highway 61 Revisited“ verantwortlich. Es ist der Pfeifton einer Spielzeugflöte, die zu der Zeit an seinem Autoschlüssel baumelte. Am vergangenen Sonnabend ist Sam Lay im Alter von 86 Jahren gestorben.