Berlin - Neulich hörte ich bei einem nächtlichen Spaziergang, mitten im tiefsten Lockdown, zwei schon etwas angeheiterte Berlinerinnen das Lied „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück …“ singen.  Die beiden saßen melancholisch auf der Terrasse vor ihrem Haus, im Abstand von zwei Metern, die Regeln beachtend. Ob sie wohl wussten, von wem das sehnsüchtige Volkslied stammt?

Der deutsche Komponist Werner Richard Heymann hat viele Lieder geschrieben, die ihn unsterblich gemacht haben. Er war viele Jahre der erfolgreichste Unterhaltungskomponist Deutschlands, der vor allem den Ufa-Tonfilm prägte wie kein anderer. Als ihm die Nationalsozialisten anboten, seinen Posten als Ufa-Musikchef trotz seiner jüdischen Herkunft als einziger Künstler behalten zu dürfen, lehnte er ab und folgte seinen vertriebenen Kollegen ins Exil. Er verlor in Deutschland alles. Auch in Hollywood wurde er nicht glücklich. Er kehrte 1951 nach Deutschland zurück.

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