„Ich bin unglaublich sauer!“ ruft Doro Peters am Telefon aus, als sie auf die Bundesnotbremse angesprochen wird, die seit Ende April auch Kulturveranstaltungen im Freien inzidenzabhängig macht. „Wir haben ein Hygienekonzept, den ganzen vergangenen Sommer über haben wir Veranstaltungen gemacht, und es hat sich bei uns niemand infiziert.“ Doro Peters ist eine erfahrene Berliner Bandmanagerin und Musikpromoterin, am Anfang ihrer Karriere war sie in den 80er-Jahren Mitgründerin des Café Swing am Nollendorfplatz, jetzt kümmert sie sich mit ihrer Firma Absolut Promotion unter anderem um die Auftritte der Musiker von Corvus Corax.

Nicht nur Veranstaltungen am eigenen Standort in Lübars ganz im Norden Berlins sind ausgefallen (Lübarser Hofkultur), sondern auch Szene-Ereignisse wie das Kaltenberger Ritterturnier oder der Kultursommer Salzgitter werden um ein weiteres Jahr verschoben, von den internationalen Konzerten, deren Veranstalter ihren eigenen Notbremsen folgen müssen, ganz zu schweigen. In Frankreich, Italien, Finnland, Belgien und  Brasilien war die Band in diesem Sommer gebucht gewesen, eine ganze Tournee durch Brasilien war geplant, denn die internationale Fangemeinde der deutschen  Mittelalter-Musiker ist dort besonders dicht. Einzig eine Einladung nach Russland, nach Petersburg, im August steht nach wie vor, aber die kann Doro Peters nicht annehmen, bevor nicht über ein Festival in Holland am selben Wochenende entschieden wurde, das sie bereits zugesagt hat. „Vertragsbrüchig werde ich auch wegen des Lockdowns nicht.“

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