Berlin - Die Berliner Universität der Künste (UdK) hofft auf eine baldige Öffnung der Kunstuniversitäten. Eckart Hübner, Dekan der Fakultät Musik an der UdK, sagte der Berliner Zeitung: „Die Ausbildung zum Musiker kann nicht nur digital erfolgen. Die jungen Musiker brauchen die direkte Begegnung mit dem Lehrer, aber auch untereinander, etwa in Ensembles.“ Zwar sei die UdK vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. So konnte der Einzelunterricht aufrechterhalten werden, während andere Hochschulen in Deutschland seit Monaten komplett geschlossen sind. Auch Zulassungs- und Abschlussprüfungen konnten teilweise durchgeführt werden, wenngleich ohne Publikum. Doch haben die Corona-Einschränkungen weitreichende Konsequenzen für den Universitätsbetrieb: Die Kunsthochschulen können wegen der verlängerten Studiendauer in den kommenden Jahren weniger neue Studenten aufnehmen. Dadurch werden die Kosten für den Betrieb steigen. Hübner: „Die zusätzlichen Kosten werden die UdK sehr belasten. Wir werden die Entwicklung bei der Etat-Planung berücksichtigen müssen.“

Punktuelle Nothilfe

Doch nicht nur für die Hochschule ist die wirtschaftliche Lage angespannt. Hübner: „Viele Studierende befinden sich in einer prekären Situation. Sie können sich als freie Musiker kein Geld dazuverdienen. Auch alle andere Nebenjobs, etwa in Cafés oder Restaurants, sind weggefallen. Wir haben mit einem Nothilfe-Fonds und mit der Unterstützung der Ernst-von-Siemens-Stiftung einige Härtefälle abfedern können. Aber das sind natürlich nur punktuelle Hilfen.“ Es gäbe bereits erste Fälle von Studienabbrüchen, allerdings auch deswegen, weil ausländische Studenten in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind.

Hübner ist allerdings überzeugt, dass die meisten Studierenden durchhalten werden: „Die meisten Studierenden haben eine enorme Energie. Vor allem aber fasziniert mich die ungeheure Disziplin der jungen Leute. Von ihnen werden enorme Opfer verlangt, und dennoch verhalten sie sich vernünftig und verantwortungsbewusst, halten alle Regeln ein.“ Die Lage für die Studierenden ist unter anderem schwierig, weil ihre beruflichen Aussichten ungewiss sind. Hübner verweist auf den Umstand, dass aktuell keine Probespiele durchgeführt werden können oder aber es immer wieder zu Verschiebungen kommt. Dadurch stieg der Druck auf die Musiker. Die UdK plant aktuell, ihre Aktivitäten spätestens im Mai aufzunehmen, wenngleich in eingeschränkter Form und mit entsprechenden Hygiene-Konzepten. So soll das Crescendo-Festival im Juni stattfinden und mit einem Orchesterkonzert unter der Leitung von Roger Norrington eröffnet werden – als Stream und mit einer beschränkten Anzahl von Besuchern beim Live-Konzert.