Berlin - Natürlich ist eine gestreamte Opernpremiere immer noch besser als gar keine Opernpremiere. Aber die Ankündigung der Deutschen Oper, ihre am Sonntag online vorgestellte Produktion „Francesca da Rimini“ am 4. April live vor getestetem Publikum aufzuführen, nehmen wir gerne zum Anlass, uns hier kurz zu fassen und später ausführlicher zu äußern. Denn der Stream einer Oper ist irgendwie dann doch nur Fernsehen, ohne auf die Eigenheiten wie eingeschränkte Sinnlichkeit und prinzipiell zerstreute Wahrnehmung Rücksicht zu nehmen.

„Francesca da Rimini“ wurde 1914 von Riccardo Zandonai komponiert auf ein Stück von Gabriele d’Annunzio. Das Verlagshaus Ricordi wollte Zandonai zum Nachfolger Puccinis aufbauen. Aber das konnte nicht mehr funktionieren: Zandonai war Zeitgenosse Strawinskys und Alban Bergs, wollte aber eigentlich im spätromantisch-veristischen Stil weiterschreiben, dessen erzählerische Ambitionen jedoch zugleich im Film zu sich selbst kamen. Zu Lebzeiten fuhr Zandonai Erfolge ein, aber ähnlich wie denen von Franz Schreker und den meisten von Richard Strauss blieb seinen Opern ein Platz im Repertoire versperrt.

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