Berlin - Wenn Philippe Herreweghe aus Belgien – genauer gesagt Flandern – mit Solisten seines Collegium vocale Gent das 5. Madrigalbuch des Süditalieners Don Carlo Gesualdo da Venosa singt, dann stimmt da etwas nicht ganz. Die vokalpolyfone Tradition von Herreweghes Herkunft, verkörpert im bedeutendsten Jubilar dieses Jahres, Josquin des Préz, bevorzugt Kontinuität, Mittelstimmen, expressives Maß, Abstraktion vom gesprochenen Wort. Das späte manieristische Madrigal eines Gesualdos dagegen lebt vom Wortklang, vom Kontrast im Geflecht und den Stimmgattungen, vom exzessiven Ausdruck abgebrochener Phrasen.

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