Monatelang hatte er „Illegal in Mecklenburg-Vorpommern“ gedichtet und gesungen – im Video flitzt er mit Kapuze überm Kopf über die Schafskoppel zum Weinkeller. Bis Ende Juni hatte Hans-Eckardt Wenzel Woche für Woche einen bebilderten Track hochgeladen, der ihn in seinem Anwesen unweit von Anklam zeigte. Nur dort kann der in Berlin gemeldete Songpoet arbeiten. Sein zehnjähriger Sohn Theodor agierte als kostümierter Kompagnon und filmte mit dem Handy. Wenzel beschreibt sich in seinen 41 Corona-Videos als Moritatensänger, der das Publikum spalten müsse, wenn Anschauungen die Wahrnehmungen verzerren. So setzte er sich in einem Clip als bleich geschminkter „Alter weißer Mann“ im Matrosenhemd an den Flügel, auf dem Textblatt nur einzelne Worte und ganz viele Gendersternchen. Sein Merksatz für die „Sprachpolizei“: „Eine Sprache, die sich nicht für die Poesie eignet, dient nur der Macht.“

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