James Gaffigan wird neuer Generalmusikdirektor der Komischen Oper

Gaffigan wird mit Beginn der Spielzeit 2023/24 seine neue Aufgabe übernehmen. Dann ist die Ära Kosky an der Komischen Oper zu Ende.

James Gaffigan, neuer Generalmusikdirektor der Komischen Oper, sitzt an einem Flügel.
James Gaffigan, neuer Generalmusikdirektor der Komischen Oper, sitzt an einem Flügel.dpa

Der Dirigent James Gaffigan ist der erste Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin, den man vor seiner Wahl in diese Position schon einmal gesehen hat. Das Haus wurde entweder zum Sprungbrett für eine Karriere wie bei Kirill Petrenko oder Vladimir Jurowski. Oder die Dirigenten räumten das Feld genauso unbekannt wie sie kamen, wie Henrik Nánási oder der noch amtierende Ainārs Rubiḳis.

Gaffigan war zuletzt Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters, er ist regelmäßiger Gast am Pult des Deutschen Symphonie-Orchesters, dirigierte vor kurzem an der Deutschen Oper Verdis „Don Carlos“, stand aber auch schon vor dem Concertgebouw Orkest Amsterdam, der Staatskapelle Dresden und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie in den Opernhäusern von München und New York. Ab der Saison 2023/24 wird er nun das Orchester der Komischen Oper leiten.

James Gaffigan stammt aus New York

Das verspricht eine gute Kombination zu werden, vor allem in der Situation, die dem Haus für diese Spielzeit bevorsteht: Die Komische Oper zieht ins Schiller-Theater, weil das Gebäude in der Behrenstraße unbedingt saniert werden muss. Für eine solche Ausnahmelage braucht man Ideen, und Gaffigan, der Wege jenseits des eingefahrenen Repertoires und der ebenso eingefahrenen Rituale sucht, wird dazu einiges beizusteuern haben. Für die Education-Programme zum Beispiel interessiert sich Gaffigan schon aus biografischen Gründen: Die Eltern des 1979 in New York geborenen Musikers hatten weder Geld für ein Instrument noch für Konzertbesuche – beides verdankt Gaffigan Förderprogrammen an seiner Schule.

Die Ernennung Gaffigans zum Generalmusikdirektor ist die erste große Personalentscheidung der neuen Doppel-Intendanz Susanne Moser und Philip Bröking. Gaffigan war nach einem Symphoniekonzert mit dem Orchester der Komischen Oper die erste Wahl, ein laut Bröking so „sympathischer, weltläufiger, lässiger Typ“ ist genau der Richtige an der Spitze eines stilistisch so vielfältig agierenden Orchesters. Vor allem aber zeigt das Interesse eines solchen Dirigenten für diese Stelle, wie stark die Komische Oper durch die zehnjährige Intendanz Barrie Koskys an Ausstrahlung gewonnen hat.