Berlin - „Jeder Ton eine Rettungsstation“: So heißt eines der vielen Bücher, die Christian Broecking über den Jazz geschrieben hat, 2007 erschien es im Berliner Verbrecher-Verlag. „Jeder Ton eine Rettungsstation“: Das war ein Zitat aus einem Gespräch, das er mit dem Bassisten William Parker geführt hatte. „Wer die Musik braucht, findet den Weg“, sagt Parker darin: „Es geht um heilige, heilende Musik.“ Für Christian Broecking ist das wie ein Motto gewesen: Dass Musik heilende Kräfte besitzt, diese Überzeugung zog sich durch das gesamte Schaffen dieses großen Jazzkritikers. Er lebte in der Musik, die er beschrieb, er hatte ein Ohr für die Details, für die Harmonien und Disharmonien von Stimmen und Spielweisen, Instrumenten und Temperamenten. Aber vor allem er hatte er ein Ohr für die Erfahrungen, die sich im Jazz niederschlugen: Denn dass dies eine Musik ist, die zu heilen versucht – das spiegelt ja nur, dass sie aus Schmerz geboren wurde; aus dem Schmerz des Rassismus und der Verweigerung des Respekts gegenüber den schwarzen Menschen, die sie geprägt haben. „Respekt!“, so hieß ein weiteres Buch, in dem er unter anderem Ornette Coleman, Sonny Rollins und Max Roach befragte.

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