Bei John Grants letztem Album „Love Is Magic“ aus dem Jahr 2018 konnte durchaus der Eindruck entstehen, dass die tragische Geschichte des großen bärtigen Mannes mit der karamellschmelzende Stimme ein Happy-End gefunden hat. Zwar gab es auf der Platte noch (Selbst-)Hass-­Erklärungen und gedemütigte Liebende, doch die Mischung aus Synth-Pop und Elektro-Funk wirkte so viel wärmer, so viel leichter. Bisher attackierten dunkle, elektrifizierte Schwaden und etliche Störgeräusche, die dem Schmerz aus Grants Brust entsprungen waren, die Hörer. Und überhaupt schien es dem heute 52-jährigen Songwriter besser zu gehen: Als Homosexueller hatte er sich längst geoutet, die HIV-Krankheit akzeptiert, das Problem mit Drogen sowie Alkohol schien er in den Griff bekommen zu haben, die letzten LP-Veröffentlichungen wurden durchweg gelobt und Grant war nicht einmal mit jemandem vergleichbar. Selbstmordgedanken waren objektiv betrachtet nicht mehr nötig.

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